Hanauer Straße wird so bald nicht saniert

„Wie schlecht muss der Zustand der Straße denn noch werden?“ Das fragen sich der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen und Bürgermeister Michael Göllner angesichts der Antwort des Verkehrsministers zur Sanierung der Ortsdurchfahrt Langen-Bergheim.

Und bei der SPD Hammersbach fragt man sich das auch. Seit Jahren ist der miserable Zustand der Hanauer Straße ein Thema. Die Ortsdurchfahrt hat unzählige Flicken und Löcher. Die Größe und Tiefe der Löcher variiert dabei sehr, an manchen Stellen ist der Asphalt zudem stark abgefahren. Ähnliches gilt auch für Teile der Hauptstraße in Marköbel.

Schon lange ein Thema

Die politischen Vertreter der Gemeinde fordern seit Jahren, dass Hessen Mobil die sanierungsbedürftige Hanauer Straße endlich erneuert. Denn da es sich um eine Landesstraße handelt, liegt die Baulast und damit die Verantwortung beim Land Hessen.

Regelmäßig sorgt der Zustand der Straße für Aufregung, vor allem in den sozialen Medien. Auch im Bürgermeisterwahlkampf spielte das Thema wieder einmal eine Rolle. Bürgermeister Michael Göllner wurde Untätigkeit vorgeworfen, obwohl völlig klar ist, dass die Entscheidung nicht bei ihm liegt. Sein CDU-Gegenkandidat machte den Wähler*innen falsche Hoffnungen und verkündete vollmundig, dass er sich zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Max Schad für eine „zeitnahe“ Sanierung einsetzen werde – was auch immer das heißt.

Einschließlich 2025 passiert nichts

Mit der Kleinen Anfrage zur Sanierung der L 3191 in der Ortsdurchfahrt von Langen-Bergheim hat sich Christoph Degen nach den Sanierungsplänen der Landesregierung erkundigt. Die nun vorliegende Antwort fällt ernüchternd aus. „Kurz gesagt: Die Landesregierung sagt selbst, dass die Straße in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand ist. Das allein scheint ihr aber nicht für eine zeitnahe Sanierung zu reichen“, sagt der Landtagsabgeordnete. Bürgermeister Göllner fügt hinzu: „Dass eine Sanierung bis einschließlich des Jahres 2025 nicht vorgesehen ist, ist angesichts des desolaten Zustands der Straße kaum zu glauben.“

Der Minister führt in seiner Mitteilung „objektive Kriterien“ wie Verkehrssicherheit, Verkehrsbedeutung, Verkehrsqualität und Umfeldsituation an. Die müsse Hessen Mobil alle bewerten. Für Langen-Bergheim ergebe sich daraus, dass die Maßnahme „nachrangig“ sei. Andernorts in Hessen muss es demnach wohl noch schlimmer sein.

Neugestaltung planen

„Es wird sich also in den nächsten drei Jahren nichts tun. Vielleicht noch länger. Wir haben jetzt reichlich Zeit, zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu überlegen, wie die Straße und die Nebenflächen, für die die Gemeinde zuständig ist, neu zu ordnen und zu gestalten wären“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Dietzel. „Das hat die Gemeindevertretung schon Ende 2019 so beschlossen und sich dabei zum Ziel gesetzt, den Fußgängern und Radfahrern ebenso angemessenen Raum zu geben wie einer sinnvollen Begrünung. Wir sollten das nach der Sommerpause im Bau- und Planungsausschuss angehen. Dabei werden wir auch externe fachliche Unterstützung benötigen, um allen Anforderungen eines solchen Vorhabens gerecht zu werden.“