Bildung und Betreuung für Kinder mit Priorität

Die Zukunft der Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten der Gemeinde war eines der Schwerpunktthemen der diesjährigen Klausurtagung der Hammersbacher SPD-Fraktion. „Für die SPD ist dies eines der Kernthemen der kommunalen Daseinsvorsorge“, so Bürgermeister Michael Göllner.

Noch vor wenigen Jahren sei die Kinderbetreuung als „weicher“ Standortfaktor bezeichnet worden. Das habe sich mittlerweile entscheidend geändert: „Die Kinderbetreuung findet nicht nur zunehmend die gerechtfertigte gesellschaftlicher Anerkennung. Eine gute Qualität der Einrichtungen und familiengerechte Öffnungszeiten sind mittlerweile für uns Gemeinden harte, ernst zu nehmende Standortfaktoren, nach denen sich die Familien nicht selten schon ihren Wohnort aussuchen“, so Michael Göllner.

Entsprechend legten die Hammersbacher Sozialdemokraten seit jeher großen Wert auf eine familienfreundliche Ausgestaltung der Kinderbetreuung. „Unser Modell der flexiblen Betreuungszeiten und Gebührenstruktur, die Abschaffung der Schließung des Kindergartens und des Hortes in den Sommerferien, Öffnungszeiten von 7.00 bis 18.00 Uhr, gesundes Mittagessen und eine gute Ausstattung der Einrichtungen, all das sind Errungenschaften, auf die wir stolz sind,“ so die Vorsitzende des Jugendausschusses Bettina Kraft. „Man kann natürlich zu etwas Gutem immer noch etwas Besseres fordern, doch all das muss dann auch finanziert werden. Das wird immer schwieriger, da hier die Unwucht immer größer wird“, ergänzt Florian Kuhn von der SPD-Fraktion.

Etwa 2 Millionen Euro kostet der Betrieb der Kindertagesstätten die Gemeinde Hammersbach. Davon werden etwa 300.000 Euro von den Elternbeiträgen gedeckt und rund 500.000 Euro durch sonstige Zuweisungen und Zuschüsse. Für die Gemeinde bleibt ein Defizit von rund 1,2 Millionen Euro. Ursprünglich gab es die Vorstellung einer Drittelfinanzierung. Davon ist man heute weit entfernt. „Alleine die Betreuung von unter 3-Jährigen verursacht ein Defizit von rund 320.000 Euro. Das ist nicht viel weniger als der Fehlbetrag im Gemeindehaushalt. Die U3-Betreuung halten wir für absolut notwendig und wir erfüllen sie auch sehr gerne. Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass wir diese Aufgabe seit einigen Jahren ohne ausreichende finanzielle Unterstützung durch das Land Hessen zusätzlich schultern“, so Fraktionsvorsitzender Wilhelm Dietzel.

Bürgermeister Michael Göllner verwies in diesem Zusammenhang auf den letzten Kindertagesstätten-Bericht des Main-Kinzig-Kreises. Daraus wird deutlich, dass von 2008 bis 2013 die Zahl der besetzten Vollzeitstellen in der Kinderbetreuung kreisweit um etwa 30 % gestiegen ist. Gerade im Ballungsraum besteht eine sehr hohe Nachfrage nach Ganztagsplätzen, nach Hortplätzen und nach U3-Plätzen. „Die finanziellen Rahmenbedingungen sind schlecht, aber die Kinderbetreuung ist eine Aufgabe, die Hammersbach auch weiterhin im Sinne der Kinder und verlässlich für die Familien wahrnehmen wird. Für uns Sozialdemokraten hat das allerhöchste Priorität“, so Wilhelm Dietzel.

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