Waldspaziergang der SPD-Fraktion

Zu einem ungewöhnlichen Termin trafen sich die Vertreter des Vorstandes und der SPD-Fraktion in Hammersbach im Rahmen des Sommerprogrammes bei einem Waldspaziergang und diskutierten über den Gemeindewald und die Zukunft der Waldbewirtschaftung.

Holzvermarktung auf dem Prüfstand

Im Land Hessen steht derzeit die Zukunft der Holzvermarktung auf dem Prüfstand der Kartellbehörden. Ausgehend von einem Urteil in Baden-Württemberg soll es voraussichtlich in Zukunft nicht mehr möglich sein, dass die Forstämter in der bisherigen Form das Holz des Gemeindewaldes größerer Waldbesitzer mitvermarkten. Für die meisten waldbesitzenden hessischen Kommunen wird es zu Umstellungen kommen müssen. Da die rechtlichen Grundlagen aber nicht klar sind, ist es noch völlig offen, wie in Zukunft damit umgegangen werden könnte. Für die Kommunen eine sehr unbefriedigende Situation.

Erholungsraum, Trinkwasserreservoir, Wirtschafts- und Naturschutzfaktor

Für die SPD Hammersbach ist der Gemeindewald, der etwa 25 Prozent der Fläche einnimmt, ein wichtiger Faktor der Gemeinde. „Der Wald ist für uns ein Wirtschaftsfaktor, zu dem wir stehen. er hat aber genauso auch wichtige Funktionen als Erholungsraum, als Trinkwasserreservoir und für den Naturschutz“, so der SPD-Vorsitzende Wilfried Bender. Kritisch sehen die Hammersbacher Sozialdemokraten die Entwicklung, große Waldflächen nicht mehr zu bewirtschaften, weil dies dem Naturschutz besser diene. Verbunden ist das oft, wie im Staatswald, mit der Zertifizierung durch das FSC-Label. Dazu positionierte sich Bürgermeister Michael Göllner deutlich: „Im Umwelt- und Naturschutz gibt es an vielen konkreten Stellen einen ständigen Bedarf an Finanzmitteln, der direkt eingesetzt werden müsste. Dem Bedarf stehen aber die nötigen Mittel nicht gegenüber. Als Vorsitzender der Naturlandstiftung kann ich berichten, dass wir im Main-Kinzig-Kreis beispielsweise über 200 Biotope im gesamten Kreisgebiet pflegen und betreuen. Dabei drehen wir jeden Euro dreimal um. Gleichzeitig gibt das Land Hessen 11 Millionen alleine dafür aus, den Staatswald mit dem FSC-Label zertifizieren zu lassen. Der Effekt für den Naturschutz ist gleich null. Im Gegenteil, durch in vielen Bereichen völlig unsinnige Flächenstilllegungen werden Wälder, die den nachwachsenden Rohstoff Holz liefern, nicht mehr genutzt. Wir wissen aber durch wissenschaftliche Untersuchungen, dass der Artenreichtum in ungenutzten Wäldern geringer ist als in genutzten Wäldern.“ 

Gemeindevertreter in der Verantwortung

„Wir als Gemeindevertreter haben über den Wald, der im Eigentum der Gemeinde ist und den wir von unseren Vorfahren geerbt haben, auf begrenzte Zeit zu wachen und ihn für unsere Nachkommen mit all seinen Funktionen zu bewahren. Das ist für uns mit einer hohen Verantwortung verbunden, der wir gerne nachkommen. Dabei halten wir es für unsere Pflicht, Veränderungen in der Waldwirtschaft kritisch zu hinterfragen. Handelt es sich um kurzfristige Modeerscheinungen oder sind sie auch für die Zukunft geeignet, alle ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Funktionen unseres Waldes weiter zu garantieren?“, so Fraktionsvorsitzender Wilhelm Dietzel.

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